K110710 | (zeit-)geschichte

Gasteig, Rosenheimer Str. 5 / Kosten: Eintritt frei

Die Ärzteschaft in Bayern und die Gesundheitspolitik im Nationalsozialismus

„Es muss nicht jeder erst eingesperrt und ausgegrenzt werden, dass er menschlich wird.“ Dr. Dolf Hamburger gehörte zu den – teils aufgrund ihrer jüdischen Herkunft – im Nationalsozialismus verfolgten Ärzten. Ausgrenzung und Gleichschaltung prägten den bürokratischen Alltag der Ärzteschaft. Annette Eberle zeichnet diese Entwicklung auch anhand exemplarischer Biografien nach. Sie zeigt die Verflechtung der ärztlichen Standesorganisationen mit dem Parteiapparat der NSDAP sowie ihre zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik.

Vortrag: Prof. Dr. Annette Eberle, Katholische Stiftungsfachhochschule München

K110830 | (zeit-)geschichte

Gasteig, Rosenheimer Str. 5 / Kosten: € 5.–

Nation und Nationalismus – Annäherung an Begriffe und Konzepte

Welche Rolle spielen Kultur, Sprache und Tradition als konstituierende Elemente des Nationalismus? Wie hängen Nationalismus und Gewalt, Nationalismus und Religion sowie Nation und Emanzipation zusammen, und inwiefern kann man vom Nationalismus als einer „sozialen Bewegung“ sprechen? Nach einer Definition der verschiedenen Begriffe einschließlich des „Patriotismus“ werden einflussreiche Nationalismus-Theorien unter anderem von Karl W. Deutsch, Ernest Gellner und Benedict Anderson vorgestellt.
Vortrag: Prof. Dr. Werner Bührer (i.R.)

K110833 | (zeit-)geschichte

Gasteig, Rosenheimer Str. 5 / Kosten: € 5.-

ENTFÄLLT: Wiedergeburt von Nationalstaat und Nationalismus in der Gegenwart

In jüngster Zeit erleben Nationalstaat und Nationalismus eine erstaunliche Wiedergeburt – meist in Verbindung mit populistischen Politikern und Bewegungen, die Nation und Nationalstaat ethnisch definieren. Welche Gefahren sind mit einer solchen Einengung verbunden? Welche Funktion haben Nation und Nationalstaat in einer durch die Globalisierung geprägten Welt? Kann die Rückkehr zu nationalstaatlichem und nationalistischem Denken die aktuellen und zukünftigen Probleme tatsächlich lösen?
Vortrag: Prof. Dr. Werner Bührer (i.R.)

K110746 | (zeit-)geschichte

Gasteig Carl-Amery-Saal, Rosenheimer Str. 5 / Kosten: € 7.–

Nachwendekinder oder: Die DDR ist nicht Geschichte

„40 Jahre Sommerausflug oder 40 Jahre Stasiknast, dazwischen gab es nichts.“ Johannes Nichelmann, 1989 gerade noch in der DDR geboren, sieht sich in seiner Familie konfrontiert mit dem Schweigen der Eltern über ihr Leben in der DDR – und in der Begegnung mit Westdeutschen reduziert auf sein Ostdeutsch- Sein. Ostdeutsch als das Andere, nicht die Norm. Eine doppelte Erfahrung, die er mit vielen Gleichaltrigen teilt. Johannes Nichelmann beschreibt das Lebensgefühl einer Generation, die im Schatten eines Landes aufwächst, das nicht mehr existiert. Ein Land, das nicht nur das Leben der Nachwendekinder, sondern mit ihnen Deutschland heute prägt. Im Gespräch mit Sammy Khamis (Bayerischer Rundfunk) stellt Johannes Nichelmann sein Buch vor: „Nachwendekinder. Die DDR, unsere Eltern und das große Schweigen“.

Vortrag und Gespräch: Johannes Nichelmann

K110726 | (zeit-)geschichte

Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstr. 8 / Kosten: Eintritt frei

Todeszug in die Freiheit

Regie: Andrea Mocellin und Thomas Muggenthaler, Dokumentarfilm, D 2017, 45 Min.

Ein einzigartiger humanitärer Akt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs: tschechische Bürgerinnen und Bürger retten unter Lebensgefahr tausende Häftlinge des Konzentrationslagers Leitmeritz, die von der SS mit der Bahn nach Mauthausen gebracht werden sollen. Die Tschechen handeln mutig, von Station zu Station organisierter – und mit großem Erfolg. Der Film des Bayerischen Rundfunks dokumentiert das Geschehen anhand historischer Aufnahmen. Die Autoren suchen die kaum veränderten Orte auf und lassen Zeitzeugen zu Wort kommen: Überlebende und ihre Retter. Im Anschluss an die Filmvorführung Gespräch mit dem Regisseur Thomas Muggenthaler und dem Historiker Dr. Dirk Riedel.

In Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein.

K110714 | (zeit-)geschichte

Gasteig, Rosenheimer Str. 5 / Kosten: € 7.–

Berlin-Rom-Tokio oder: Der Traum von der faschistischen Weltordnung

Ein Jahrzehnt lang schien nichts den Aufstieg der „Achsenmächte“ stoppen zu können. Im Sommer 1942 beherrschte das Bündnis zwischen Hitler, Mussolini und dem japanischen Kaiserreich weite Teile der Welt. Doch innerhalb weniger Jahre scheiterte die „Achse“: militärisch und moralisch. Der Traum von der faschistischen Weltordnung währte nur kurz, doch gewann er durch die vielfältigen Wechselbeziehungen der drei Regime an Dynamik und internationaler Sprengkraft. Dr. habil. Daniel Hedinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der LMU München. Seine Studie „Die Achse Berlin-Rom-Tokio, 1919 –1946“ erschien unlängst im Verlag C. H. Beck.

Vortrag: Dr. habil. Daniel Hedinger